Hintergrundinformationen zu meiner künstlerischen Arbeit
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Einige Bilder meines Materialfundus
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zur Kunst (PDF, 183 kB) |
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| Wie alles begann (Teil 1) - Oktober 2010 |
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Begonnen hat alles mit einem Zufallsfund. Beim Herumlaufen auf
dem frisch gepflügten Feld neben dem Haus meiner Eltern entdeckte
ich den Henkel eines zerbrochenen Krugs. Die geheimnisvolle Marke
mit der es versehen war, verstärkte die faszinierende Wirkung
dieses an sich unscheinbaren, braunen, erdverkrusteten Scherbens
auf mich. Eine Leidenschaft war geweckt, da war ich sechs oder sieben
Jahre alt.
Von da an verbrachte ich über Jahre hinweg einen Großteil
meiner schul- und lernfreien Zeit auf den Feldern der näheren
Umgebung. In Gummistiefeln schritt ich die Felder in peniblen Bahnen
ab, immer auf der Suche nach Tonscherben und anderen Bodenfunden.
Die Motivation für dieses ausdauernde Tun war jedoch nicht,
wie vielleicht zu vermuten wäre, der Traum dabei auf einen
aufregenden Schatz zu stoßen - nein, das war mir nie wichtig,
ich ging auch nicht davon aus, dass ein solcher in den Äckern
meiner Nachbarschaft zu finden sei. Für mich war es aufregend
genug, alle paar Meter einen grauen Tonscherben aus der Erde zu
befreien. Das schulte vor allem meine Augen auch noch so unscheinbaren
Dingen wahr zu nehmen.
Ohne es zu wissen, ging ich auf meiner Suche nach der Methode der
Oberflächenarchäologie vor. Was ich dann jedoch relativ
früh wusste, so mit neun oder zehn Jahren: ich wollte Archäologe
werden. Daraus ist dann nichts geworden. Geblieben ist mir das Gehen
mit offenem, aufmerksamem Blick, die Wertschätzung, die ich
Dingen entgegenbringe. Im Grunde treibe ich auch heute noch Oberflächenarchäologie,
wenn ich samstags meine Bahnen über den Naschmarktflohmarkt
ziehe auf der Suche nach verwertbaren Dingen für meine Kunst.
Unscheinbare und meist auch unbrauchbare, für andere wertlose
Gegenstände sind es, die ich mir aus dem sich wöchentlich
veränderten Riesenchaos heraussuche. Dabei gehe ich sehr selektiv
vor, geleitet von meinen ästhetischen Parametern und Prinzipien.
Dennoch kommen teils große Mengen zusammen, die ich dann mit
Trolley und Rucksack ins Atelier transportiere. Dort wird noch mal
alles gesichtet, geprüft und anschließend einsortiert,
ins System aufgenommen.
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Pressetext zu "In den Ritzen der Zeit",
Galerie Rytmogram, Bad Ischl
Eröffnung am 18. Juni 2010 um 19h (Text: April 2010) |
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| Bei st.fux handelt es sich um einen Künstler,
der sich mit jeder seiner künstlerischen Arbeiten erneut auf
einen ästhetischen Balanceakt einlässt und diesen auch meist
auf überraschende Weise meistert. Auf unkonventionelle Art verwendet
er dabei vorgefundene Materialien unterschiedlichster Herkunft und
sucht damit bewusst den Stilbruch und den Bruch mit Sehgewohntheiten.
Seine Kleinplastiken, praktischer Weise großteils Wandobjekte,
sind reduzierte und poetische Miniaturszenen und ironisierende, funktionsuntüchtige
Fahrzeuge und Gerätschaften.
Die Arbeiten von st.fux sind auf angenehme Weise still und unaufgeregt,
regen dafür aber um so mehr zum Nachdenken und Fantasieren
an. Die wohldurchdachten und -komponierten Miniaturen wollen der
Betrachterin/dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubern
und Freude bringen.
Jedes Objekt bietet darüber hinaus die Gelegenheit zu einer
kleinen Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Dabei kann über
Details nachgedacht werden oder über die Herkunft und ursprüngliche
Funktion der verwendeten Teile gerätselt werden.
Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, die Welten eines
spannenden, jungen Künstlers für sich zu entdecken.
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Er als Finder
(Februar 2010) |
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| Materialbezogenheit, Materialfixiertheit oder
vielmehr Materialverliebtheit. Das Material im Mittelpunkt, das Material
als Botschaft. Der Be- und Verwahrer, der Wiederverwerter und Ansparer
von noch Brauchbarem, ersetzt das Neue durch das Wiederverwertbare.
Der Vorführer der Geschichtlichkeit und der Veränderung.
Der Aus- und Zusammensteller fragmentierter Erinnerungen und des gänzlich
Vergessenen erklärt das sich ergänzende Bruchstückhafte
zum Ganzen, findet sich mit dem permanent Unvollständigen ab.
Ist am ehesten Generalist und nie Spezialist, dafür einfach zu
undiszipliniert, zu ungeduldig und gleichzeitig auch viel zu neugierig
und unruhig. Das Unruhige wiederum getrieben durch das Zwanghafte,
dem Zwang zum Ansammeln, Anhäufen und Ordnen, wo sich Teile in
der Ordnung für einige Zeit wieder verlieren, untertauchen. Die
Rettung der Gegenstände vorm Verschwinden als Mission. |
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Eine Garantie auf das Nichtwiederholbare
(Februar 2010) |
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Durch die rigide Auswahl der Materialien für
die Objekte - wie es in der Werbesprache für alles mögliche
Kulinarische so schön heißt: Auf die (sorgfältige
Auswahl der) Zutaten kommt es an. So auch bei meinen Objekten - mein
Geschmack leitet mich bei meiner Suche nach neuem Material. Ein Geschmack,
der nicht starr ist sondern von mir gezielt weiterentwickelt wird,
den ich auslote und die Grenzen für das Zulässige/Verwendbare
bei jedem für mein visuelles Gedächtnis "neuen"
Gegenstand überprüfe und meinem Fundus nur hinzufüge,
was mir gefällt, mich vielleicht sogar spontan zu einer Idee
für eine neue Arbeit inspiriert und meine meist strengen ästhetischen
Kriterien erfüllt.
Diese zu definieren dürfte mir jedoch nicht all zu leicht fallen,
wenngleich sich möglicherweise so etwas wie eine Leitlinie erkennen
lässt. Eine Konstante, ein Fixpunkt ist sicherlich die Vorliebe
für Gegenstände mit einer gewissen "Patina". Kaum
ein Teil in meiner großen Materialsammlung ist jünger als
35, 40 Jahre. Eine Vorliebe für Szenerien mit Figuren (meist
aus Kunststoff) verraten meine Objekte selbst. Holz als Träger,
Plattform, Gehäuse oder Behausung spielt ebenfalls eine kaum
zu übersehende große Rolle - wobei auch hier, von ganz
wenigen Ausnahmen abgesehen, kein neues Material aus der Holzabteilung
des Baumarkts zum Einsatz kommt sondern Schwemmholz von Stränden,
Möbelreste vom Sperrmüll, Kisterl usw. vom Flohmarkt. |
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In den Ritzen der Zeit
Über meinen Zugang zur Kunst und zum Entstehungsprozess meiner
Objekte
(Februar 2010) |
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Meine Objekte sind in sich stimmige und schlüssige
Kombinationen, bei denen in meinen Augen kein weiteres Teil mehr nötig
ist, jedes weitere stören würde oder zumindest überflüssig
wäre. Ein harmonisches Zusammenspiel, bei dem sich die einzelnen
Komponenten gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken oder gar
erst gemeinsam ihren ästhetischen Reiz entfalten. Trotz ihrer
teils in Herkunft und ursprünglicher Verwendung meist großen
Unterschiedlichkeit finden die jeweils zusammenpassenden Teile (Fundstücke)
im Laufe der Zeit zueinander.
Wobei der Zeitraum, der für die Objektwerdung der Dinge benötigt
wird, sehr unterschiedlich sein kann. Manches findet sich schnell:
So kommt es manchmal vor, dass ein Gegenstand im Atelier schon einige
Zeit auf dem Werktisch liegt, ohne groß beachtet zu werden,
und dass ein "neues" Stück darauf oder in unmittelbarer
Nähe zu liegen kommt - und dann macht es plötzlich klick
- Beispiele für solche Arbeiten sind "andererseits"
(C_034) und "Tanzpalast" (C_092).
Andere Arbeiten wiederum benötigen wesentlich längere Zeit
- Rekordhalter dürfte hier das Objekt "Schräge Verkettung"
(C_085) sein: Den flachen Klumpen geschmolzenes Metall (eine Legierung)
fand ich bereits 1988 (immerhin vor 22 Jahren) auf dem Werksgelände
einer metallverarbeitenden Firma, bei der ich den Sommer über
arbeitete. Im Laufe der Jahre experimentierte ich mit diesem Teil
immer mal wieder kurz herum und legte es wieder zur Seite. Dieses
Teil (und viele andere) siedelte sieben mal mit mir um. Vor zwei,
drei Jahren zeichnete sich dann schon eine Idee dafür ab - ein
Vorläufer der jetzt umgesetzten Lösung. Und erst letzten
Monat (Januar 2010) wurde mir klar, dass ich längst alle dafür
notwendigen Teile beisammen hatte.
Aber es muss mir trotzdem erst mal einfallen (oder auffallen), welche
der tausenden, in Schachteln, Kisten, Sortimentsboxen, Laden,
verstauten
Gegenstände, die ich in den letzten 30 Jahren Sammeltätigkeit
zusammen getragen habe, zueinanderpassen, zusammengehören, ein
Ganzes bilden. Mit Augenmerk auf künstlerische Verwertbarkeit
sammle ich jetzt seit 18, vielleicht auch 20 Jahren.
An dieser Stelle sei versichert, dass ich mir die Zusammenstellung
der Dinge für ein Objekt nicht leicht mache. Farbe und Form spielen
dabei eine große Rolle sowie die Proportionalität und die
"richtige" Positionierung der Einzelteile zueinander.
Das "Schlampige" einiger Objekte ist dabei gewollt und ein
künstlerisches Stilmittel.
Mögen meine Kompositionen für manche auch einfach und simpel
wirken - beliebige Banalitäten sind es nicht. Das verhindert
schon meine strenge Selbstkritik - das kann auch dazu führen,
dass eine Arbeit auch noch nach einigen Jahren rückgebaut wird,
falls ich sie zu schwach finde.
Ich bin auch nicht der große Philosoph. Beieindruckende Theoriegebäude
über meine Objekte zu stülpen ist meine Sache nicht - das
kann ich nicht.
Das, was ich mache, das sehe ich und "spüre" ich [keinesfalls
esoterisch/spirituell gemeint]. Es ist die "spielerische"
Herangehensweise, die mir liegt, das Sammeln und das ordnende Prinzip.
Denn ohne Ordnung und Systematik meiner Sammlung wäre das Wiederauffinden
der Teile und Teilchen wesentlich schwieriger (wenn nicht gar unmöglich).
Kunst, neben einer Vollzeitbeschäftigung zu schaffen, sehe ich
für mich nicht als einen Ausgleich, nicht als "Hobby"
- ich nehme die Sache ernst und möchte mich und meine künstlerische
Position konsequent weiterentwickeln. Das erfordert größere
zeitliche Ressourcen und Ehrgeiz. Den habe ich im Laufe der Jahre
entwickelt. |
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Vorab zu der Installation "Spieltrieb und Gestaltungswille"
(Kunstraum Nr.5)
(Februar 2010) |
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| Die Treppe im Kunstraum Nr.5 stellt eine Besonderheit
für einen Ausstellungsort dar. Eine Treppe, die ihrer Funktion
beraubt, in der Decke des Raumes endet. So eignet sich diese Treppe
im Wesentlich als Sitzgelegenheit oder eben als herausfordernde, bespielbare
Fläche.
Diese Herausforderung annehmend lässt st.fux in seiner Installation
"Spieltrieb und Gestaltungswille" auf der Treppe eine
Landschaft aus bunten Holzbausteinen entstehen.
Einige Tausend dieser bunten Holzbausteine überwuchern die
Treppe, schlagen Brücken oder wachsen als Türme ebenfalls
in die Decke. Hier greifen Spieltrieb und Gestaltungswille lustvoll
ineinander. Die schiere Menge einfacher geometrischer Formen wird
so zu einem eindrucksvollen, sinnlichen Erlebnis für die BetrachterInnen.
Erinnerungen an frühkindliche Spiel- und Bauerlebnisse werden
wach und so manche/r BesucherIn möchte gern selber an diesem
Bausteinparadies mitbauen, Hand anlegen.
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Vorab zu der Installation "Stuwerstraße,
Hst. Messe-Prater" (Atelier Babsi Daum)
(Februar 2010) |
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| Die Arbeiten von st.fux für die Schaufenster
von Babsi Daums Atelier sind von den Eigenheiten des Viertels und
seiner Umgebung inspiriert. st.fux inszeniert eine Wanderung durch
das Stuwerviertel und das angrenzende Gebiet des Praters. Auf humorvolle
Weise schafft er eine Verbindung unterschiedlicher Lebens- und Alltagssituationen
dieser Gegend, schafft Übergänge und Druchbrüche. Wir
werden eingeladen, an einem Spaziergang durch das Viertel im "Schnelldruchlauf"
teilzunehmen und einen Blick auf das Verbindende zu werfen. Mit feiner
Ironie wird das Typische, die heiteren und weniger heiteren Seiten
herausgearbeitet und in Szene gesetzt. In dieser alle Schaufenster
übergreifenden Installation bewegen sich Figuren durch einen
reduzierten Raum, schaffen Brücken, überwinden Gräben
und gehen dabei durch Wände. st.fux möchte den BewohnerInnen
des Viertels und den PassantInnen damit im "Vorbeigehen"
Spaß und Freude bereiten, ein Schmunzeln entlocken. |
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Vorab zu der Installation "Spieltriebe" (Schauraum)
(Februar 2009) |
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| Bei den Vorbereitungen für die Installation
Spieltriebe, dem Zusammentragen dieser großen Menge
an bunten Holzbausteinen in den letzten beiden Jahren, wurde mit bewusst:
Was für die einen die ersten Buntstifte, die Wasserfarben gewesen
sein mögen, waren für mich in meiner frühen Kindheit
ein paar bunte, robuste Holzbausteine. Die den Grundstein für
meinen Gestaltungsdrang, für meine künstlerische Ausdrucksform
legten. |
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Zu Material und Entstehungsprozess
(Februar 2009) |
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| Die Materialien, die ich für meine Objekte
verwende, stellen eine gemeinsame Klammer dar, wobei ich mir bei der
Verwendung von Fundgegenständen sehr wohl Selbstbeschränkungen
auferlege und keinesfalls eine bunte Beliebigkeit (im Sinne eines
bunten Durcheinanders) entstehen lasse. So entstammen
die verwendeten Dinge nicht der aktuellen Zeit, sind formal einfach
gehalten und zeigen meist Spuren des Gebrauchs. Stylische, künstlerisch
oder kunsthandwerklich überformte Gegenstände sowie (meist
in Massen billig produzierter) plumper Dekorationskitsch sind für
mich tabu.
Stand am Anfang meiner künstlerischen Entwicklung (ab 1993)
noch das Ready-made, entwickelte ich mich über die Assemblage
zu meinen heutigen Objekten, wo ausgehend von einem kleinen Gegenstand,
einer kleinen Figur rund um diese/n eine Miniaturlandschaft, eine
kleine Szene entsteht. Dabei passiert der Zugang nach einer intuitiven
Phase ähnlich wie bei einer kniffligen Denksportaufgabe. Bei
den einfacheren Objekten kann dies jedoch auch spontan und experimentell
passieren.
Bei der Realisierung meiner Objekte verlasse ich mich ganz auf
das Bild im Kopf, das beim vorangegangenen Nachdenk-/Entwicklungsprozess
von der jeweiligen Arbeit entstanden ist und fertige diese meist
gänzlich ohne Plan; teilweise müssen dann noch während
der Herstellung wichtige Teile gefunden werden. Dabei birgt das
Arbeiten aus dem Kopf heraus das Risiko, dass am Ende das Objekt
nicht in allem dieser Visualisierung entspricht.
Zentraler Bestandteil meiner Arbeiten sind auch die jeweiligen
Titel, die den feinen Witz der Objekte zusätzlich herausstreichen
und verstärken sollen und gleichzeitig dem/r Betrachter/in
bei der Interpretation hilfreich sein können.
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Künstlerische Haltung
(Jänner 2009) |
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| Meine Objekte und Miniaturwelten sind ein Kontrapunkt
zu der uns umgebenden Nüchternheit und Zweckorientiertheit, mit
der auch viel Einfaches und Rohes verschwunden oder zumindest verschütt´
gegangen ist unter einer alles überwuchernden, sich stets neu
anpassenden Schicht Buntheit der multimedialisierten Waren- und Werbewelt,
die sich immer schneller neue ästhetische Ausdrucksformen aneignet,
einverleibt, assimiliert.
Die Einfachheit meiner Objekte dient jedoch nicht der Hinterfragung
sondern entspringt meiner ästhetischen Haltung. Meine Objekte
sind nur in wenigen Fällen Ausdruck meiner Kritik an äußerst
fragwürdigen gesellschaftlichen Entwicklungen (Beschleunigung
und totale Ökonomisierung aller Lebenszusammenhänge, soziale
Ausbeutung und das ungehemmte Voranschreiten der Umweltzerstörung,
...) sondern Spiel mit den Themen Bewahren, Sammeln, Erinnern, Kombinieren,
Wiederverwerten und somit eher ein Rückzug in eine selbst gewählte
Nische.
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Objekte und Objektkunst
(2007) |
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st.fux verwendet für seine Objekte großteils Fundobjekte,
die nachbearbeitet werden und zu Dioramen und Apparaten zusammengebaut
werden. In den Objekten geht es um Verlust und Bewahren, Verschwendung
und Wiederverwertung, Oberfläche und Inhalt. Patina und Brüchigkeit
stehen schnelllebigem Glanz gegenüber und erzählen kleine
Geschichten.
Wandobjekte, inspiriert von Dadaismus & Surrealismus, Pop Art
& Fluxus, Art Brut & Outsider Art.
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Text zu den Objekten und Collagen
(2006) |
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Aus der Bedeutung Gefallenes, Weggeworfenes, Liegengelassenes,
Vergessenes, Unmodernes als Ausgangsmaterial für Transformationsprozesse,
Umformungen zu Neuem, Anderen.
Die Objekte entstehen an der Grenze zum Unbewussten, schöpfen
aus verschiedenen Themen und Gebieten, ohne sich bloß an bereits
Gewesenem oder Bekanntem zu orientieren, es entstehen eigenständige
Produkte.
Die Aussagen gehen über die Form und die Materialität
hinaus, spielen mit den Gedanken oder irritieren diese. Statt dem
Hang zum oberflächlichen Glanz bieten die Objekte das Raue
und Rohe, das kindlich Verspielte und Naive, die Ruhe und den Ausgleich.
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Über den Entstehungsprozess der Objekte und Collagen
(2006) |
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1. Die Materialsuche
findet quasi immer und überall statt, von der Küche bis
zu diversen Ufern
2. Die Materialauswahl
pragmatisch-intuitiv, "werde ich es brauchen oder nicht";
Kriterien dafür sind u.a. Materialart und - zustand, Oberflächenbeschaffenheit,
Funktionalität, Verarbeitbarkeit, Verfügbarkeit,
3. Materiallager
umfasst einen Fundus von geschätzten tausend, wahrscheinlich
aber mehr, Teilen; vieles davon sortiert und rasch auffindbar, aber
eben nicht alles
4. Materialarten
Trennung in "Informationsträger" und "Objektträger",
Ergänzungen, Kleinteile,
5. Verarbeitung
a) spontan: alle nötigen Teile sind vorhanden und ergeben ein
klares "Bild"
b) Reifungsprozess: Teile "finden sich nicht" oder die
Objektaussage ist noch vage
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some pictures of my material
collection >>>
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st.fux - flotsam conglomeration- About my found objects
(2007) |
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| Lost, worthless, obsolete, meaningless things
and trash are the raw materials for my objects. I collect these things
mostly along rivers, on detritus and dumps. The material regenerate
specific surface properties by the long contact with water and sun
- this is what it makes interesting and precious for me. On flea markets
and bulk wastes I can also find some unsought goods with patina and
history.
I develop new objects by combining and transforming the found material,
therefore my objects come into existence near the border to subconscious.
Formerly old things enhance content, come into value and give a
wide scope for reflections and interpretations. While creating my
objects, I'm not orientating on existing and well known products,
but on the things themselves. The material's diversity leads me
to several themes and statements.
My objects are not only defined by form and materiality, I try
to tell stories with my machines and dioramas and fire the imagination
of the viewers.
With my recycled objects I also want to issue a political and economic
contradiction:
Recycling former useful goods becomes more and more important; the
prices for scrap metal, recovered paper and similar materials are
rising on the international markets. At the same time the worldwide
industry is producing more and more useless disposable consumer
goods to keep the money machinery fast running.
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| st.fux / Stefan Fuchs |
Meinen Künstlernamen st.fux habe ich mir
1993 zugelegt als Zusammenziehung und Kurzform meines Namens. Damals
waren Computer noch nicht Alltagsgegenstand und so merkte ich erst
später die Ähnlichkeit mit den dreistelligen Dateierweiterungen
der Windows-Welt.
Heute, so kommt mir vor, hat kein Mensch mehr einen Künstlernamen,
wer weiß, vielleicht sollte auch ich zu meinem Namen zurück
kehren? |
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| st.fux, ohne Leerzeichen nach dem Punkt, der Punkt
wird mitgesprochen, also estepunktfux |
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Qualitätssicherung
Jede Arbeit seit dem Jahr 2000 ist fotografisch erfaßt, vermessen
und im Werkverzeichnis vermerkt. Mein großer Dank an dieser
Stelle gehört Andreas Kilian, von dem ein Großteil
der Objektfotos stammen. |
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